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Auf Papua-Neuguinea treffen die alte und neue Surfwelt aufeinander

Interview mit Adam Pesce, Regisseur der Surf Dokumentation Splinters.

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Das machte mich stutzig. Wie konnte es sein, dass ein Dorf, abseits jeder touristischen Landkarte,  so an dem Sport hing? Ich wollte außerdem herausfinden, wie das Surfboard, Gegenstand und Symbol einer Gegenkultur, das Dorf verändert hatte. Sei es zum Guten oder zum Schlechten.

 

Ich begab mich Ende 2003 gemeinsam mit Freunden auf eine zweimonatige Low-Budget Entdeckungsreise. Zurück gekommen bin ich mit ein paar schönen Aufnahmen - aber keiner Story. I hatte alles andere als einen Film. Ideenlos, wie es mit dem Bildmaterial weitergehen sollte, verstaute ich es in meinem Schrank beließ es dabei.

2006 allerdings hörte ich von Andy, dem Präsidenten der Papua-New-Guinea Surfing Association, dass die erste nationale Surf-Meisterschaft auf die Beine gestellt werden würde. I wusste, das war die Chance, das Filmprojekt wieder in Schwung zu bringen und bereite alles für eine weitere Reise nach Papua-Neugunia vor. Es war mir nicht gelungen, eine Crew aufzustellen. So ging ich allein mit meinen Kameras, Bändern und Surfboards auf die Reise.

Außerdem hatte ich mir selbst geschworen nicht zurückzukehren, bevor ich einen Film hatte. 6 von 7 Monate ganz alleine filmend kam ich vollgepackt mit hunderten Stunden Rohmaterial und mit der Gewissheit zurück, alles für einen Film beisammen zu haben. Aber ohne Produzenten und Budget für die Nachbearbeitung des Materials, musste da Projekt ein weiteres Jahr unvollendet dahinfristen.

 

Erst Anfang 2008 lernte ich über einen Freund meinen Produzenten Perrin kennen. Sein Enthusiasmus war gleich zu Beginn so überschwänglich, dass wir einige Tage später bereits am Film arbeiteten. Dann kam die Finanzkrise und wir standen vor dem Problem, eine eher esotherisch angehauchte Dokumentation vor uns zu haben. Nachdem wir an sehr sehr vielen Türen geklopft hatten, hatten wir im Winter 2009 die Finanzierung gesichert.

 

Wie bist du auf die Hauptprotagonisten Angelus, Ezekiel, Lesley und Susan gekommen?

Bevor ich überhaupt über ein "Casting" nachdenken konnte, musste ich ein Gefühl dafür bekommen, wer überhaupt wer war und welche Dynamiken im Dorf vorherrschten.  Daher war es auch kaum verwunderlich, dass ich in den ersten beiden Monaten der zweiten Reise kaum filmisches Material gesammelt hatte. Ich lebte gemeinsam mit Steve und dessen Familie in seinem Haus und versuchte nur, Teil des Dorfalltags zu sein. Am schwierigsten war dabei das Erlernen von Tok Pisin, der Einheimischensprache.

Splinters - Surf Movie Splinters - Surf Movie
Making of Splinters, Photo: Jason Pini Making of Splinters, Photo: Jason Pini
Photo: Matt Pesce Photo: Matt Pesce

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